Wie kam es zur Gründung von babySignal?

“Die Liebe zur Gebärdensprache entdeckte ich schon früh und entschied mich 1993, nach Hamburg zu ziehen, um diese dort zu studieren. In meinen ersten Jahren als Sprachförderkraft entdeckte ich die faszinierende Wirkung von Gebärden bei Einjährigen! Sie konnten sich mitteilen, obwohl das mit gesprochenen Worten noch nicht möglich war – was für eine spannende Beobachtung. Mit der Gründung von babySignal war es mir wichtig, als hörende Person die Gebärden in ein positives Licht zu rücken und in die breite Gesellschaft zu tragen.”

Was sind die schönsten Momente mit babySignal?

“Das tiefe Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun und viele Menschen damit erreichen zu können, gibt mir die größte Freude an meinem beruflichen Tun. Nicht nur das einzelne Feedback trägt mich, auch der gesellschaftliche Wandel ist nach 20 Jahren deutlich zu spüren. Wurde ich zu Gründungszeiten häufig noch kritisch beäugt, ist es jetzt andersherum: Junge Eltern stellen den Nutzen von Gebärden nicht mehr infrage, sondern feiern die Erlebnisse mit ihren Kindern und empfehlen uns einfach weiter.”

Gibt es etwas, worüber weniger berichtet wird bei babySignal?

“Ja, ich berichte wenig darüber, dass ich vor allem den gesellschaftlichen Wandel im Blick hatte, damit es auch Eltern leichter fällt, Gebärden zu lernen, wenn das eigene Kind aufgrund einer Behinderung auf die Gebärdensprache angewiesen ist. Noch immer wird es Eltern nicht leicht gemacht, einen schnellen Zugang zur Gebärdensprache zu erhalten, obwohl dies für die kognitive und sprachliche Entwicklung vieler Kinder dringend notwendig ist.”

Was wünschen Sie sich für die nächsten 20 Jahre für babySignal?

“Ich wünsche mir den Erhalt der Kommunikation im direkten und persönlichen Miteinander im Offline-Modus mit uns und unseren Kindern. Dass Blickkontakt und Aufmerksamkeit füreinander erhalten bleiben und uns weiterhin positiv durchs Leben tragen. Für babySignal als Marke wünsche ich mir ein gesundes Wachstum durch neue Kursleiterinnen, die unser Leitbild mittragen, in dem die Freude an Kommunikation immer im Vordergrund steht.”