Ob mit oder ohne Hörsinn – wir öffnen Wege für die Kommunikation!

Schon häufig wurde vermutet, babySignal sei ein Angebot für Kinder mit Behinderung. Das stimmt nicht. Unsere Kurse sind für hörende Eltern mit hörenden Kindern konzipiert. Die Tatsache, dass wir mit Gesten und Handzeichen der deutschen Gebärdensprache arbeiten, macht uns allerdings für alle jungen Familien attraktiv – für hörende und nicht hörende. Claudia und ihr Sohn Janno gehören zu den besonderen Familien, bei denen die Gebärdensprache eine entscheidende Rolle für die Kommunikation spielt. Im Interview erzählt sie uns von ihren Erfahrungen mit babySignal.

Claudia, wie bist du auf babySignal aufmerksam geworden?

„Als wir erfahren haben, das Janno taub ist, hatte ich sofort Angst, dass ich mit ihm nicht richtig kommunizieren würde können. Damals bin ich, Janno war ca. drei Monate alt, im Internet auf die Suche gegangen, um Gebärden für Babys zu finden. Schnell fand ich dann die Seite von babySignal. Ich habe mir dann erst einmal das babySignal-Buch gekauft und zuhause selbstständig angefangen, erste Gebärden auszuprobieren. Einige Monate später wollte ich dann einen Kurs dazu besuchen und habe mich mit einer Freundin und ihrem hörenden Kind angemeldet.“

Haben sich die Erwartungen erfüllt?

„Ich war begeistert: Die Kursleiterin Simone Burmeister in Hamburg-Rahlstedt hat sich voll auf meinen Sohn Janno und seine Hörbehinderung eingestellt. Wir haben beispielsweise Janno´s Gebärdennamen in das Begrüßungslied mit integriert. So konnten die hörenden Kinder ihren Namen im Lied hören und mein Sohn konnte seinen für ihn erfundenen Gebärdennamen sehen. Ich habe dort sehr schnell viele neue und wichtige Gebärden für den Alltag gelernt. Und was ganz toll war, dass zufälligerweise noch ein weiteres taubes Kind mit hörender Mutter im Kurs dabei war. So konnten wir uns auch nach dem Kurs noch ein wenig austauschen.“

Wie hast du dich bei babySignal gefühlt?

„Ich habe mich sehr wohl gefühlt und gut aufgehoben. In der Vorstellungsrunde, als ich erzählte, dass Janno taub ist, habe ich bei den anderen teilnehmenden Elternteilen Mitleid und Betroffenheit gespürt. Ich fand es gut, dass die Mütter mich auch gefragt haben, wieso Janno taub ist. Danach waren wir Kursmitglieder wie alle anderen und das war toll.”

Wie geht es jetzt weiter?

“Vielleicht mache ich als Spaß-Aktion mit Janno noch eine einzelne Themenstunde von babySignal mit. Dann aber eher mit dem Wunsch, dass wir gemeinsam mit anderen Kindern und Eltern singen und diese mit Gebärden begleiten und nicht wie am Anfang, um möglichst viele Vokabeln zu lernen. Mittlerweile lerne ich auch außerhalb des babySignal-Angebotes noch viele weitere Gebärden und auch die Grammatik der Deutschen Gebärdensprache.
Ich denke, wenn mein Sohn am Gespräch nicht teilnehmen kann, weil ihm ein Sinnesorgan fehlt, dann müssen wir uns ihm anpassen und auf eine Weise kommunizieren, dass es mitreden kann! Ich finde, es ist eine Selbstverständlichkeit, dass wir die Gebärdensprache lernen sollten – auch wenn Janno eine Hörhilfe (Cochlear Implantat) hat. Ich möchte meinem Sohn einfach jede Tür öffnen, die ich öffnen kann. Seine Großeltern, Tanten und unsere Freundinnen und Freunde lernen übrigens auch alle Gebärden und machen das ganz fantastisch.“