Kinderkrippe DreiKäseHoch

babySignal als Krippenangebot

Frau Schiekofer, Sie arbeiten in Ihrer Krippe seit knapp drei Jahren mit babySignal. Was hat Sie als Leitung motiviert, mit babySignal zu starten?

Über einen Fernsehbericht wurde ich auf Gebärden für Kleinkinder aufmerksam. Die Tatsache, dass Babys sich mit den Händen mitteilen können, obwohl sie es sprachlich noch nicht können – das war für mich einleuchtend und der ausschlaggebende Punkt für mein Interesse. Da die Grobmotorik bei Kindern schneller entwickelt ist, als die Feinmotorik war ich neugierig geworden, wie das funktionieren würde. Mein ehemaliger Kollege hatte bereits im Gehörlosenbereich gearbeitet und war, wie eine weitere Kollegin, die schon immer von der Gebärdensprache fasziniert war, ebenfalls offen und interessiert.

Sie haben babySignal kontaktiert und schon nach kurzer Zeit konnte die Fortbildung in Ihrem Hause stattfinden. Wie hat die Einführung der Gebärden in der Praxis geklappt?

Da die Fortbildung sehr praxisorientiert aufgebaut war, konnten wir direkt am folgenden Arbeitstag mit dem babySignal-Konzept starten. Wir haben uns zunächst einmal mehr darum bemüht, auf den Blickkontakt zu unseren Kindern zu achten. Die erste Situation, die wir dann für die Gebärden ausgewählt haben, war der Morgenkreis (und die Gebärde für „singen“). Ebenfalls haben wir die Wochentage, die Monate und die Jahreszeit zusätzlich mit Gebärden benannt. Wir haben entdeckt, dass Lieder für uns ein gutes Hilfsmittel sind, um weitere Gebärden zu lernen und dann in den Tagesablauf der Krippe zu übertragen.

Gab es seit der Einführung Situationen, bei denen Gebärden eine Schlüsselrolle gespielt haben?

Durch die Gebärden fiel es uns bereits zweimal leichter, Kindern in ihrer Entwicklung rechtzeitiger zu helfen. Normerweise nutzen Kinder die Gebärden nur für eine kurze Weile und beginnen dann zu sprechen. Bei einem Kind ist uns während der Betreuung aufgefallen, dass es nicht beginnt zu sprechen, sondern immer weiter „nur“ gebärdet. Dadurch konnten wir die Eltern informieren, dass sie eine Hördiagnostik machen sollten. Tatsächlich konnte ein Paukenerguss des Kindes beim zuständigen Facharzt festgestellt und weitere Schritte eingeleitet werden.
Ein weiteres Kind kam mit einer Entwicklungsverzögerung zu uns. Die Gebärden halfen dem Kind, im Bereich der Kommunikation aktiver zu werden und es holte in der sprachlichen Entwicklung auf. Ich würde behaupten, dass beide Kinder durch unsere Arbeit mit den Gebärden weniger Rückstand ausbildeten.

Wie ist es jetzt, nach knapp drei Jahren?

Wir stoßen immer noch auf große Augen, wenn wir über unser Angebot mit Gebärden informieren. Oft erleben wir noch, wie erstaunt pädagogische Fachkräfte sind, dass es diese Idee überhaupt gibt. Es ist ihnen häufig nicht klar, dass kleine Kinder überhaupt schon in der Lage dazu sind, in diesem frühen Alter „mitzureden“. Manche Kolleginnen und Kollegen scheinen den Aufwand zu scheuen, sich selbst mit den Gebärden vertraut zu machen. Es scheint eine Sorge zu geben, dass man etwas falsch machen könnte. Für uns war und ist es eine große Freude mit den Gebärden und ich finde, unsere Arbeit wurde durch die Gebärden von babySignal sehr bereichert.

Das klingt, als ob sich die Investition in die Gebärden gelohnt hat.

Ja, ich bin begeistert von babySignal und möchte es in der täglichen Arbeit mit unseren Kindern nicht mehr missen.

Sandra Schiekofer

Kontakt zur Krippenleiterin Sandra Schiekofer
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